40 Jahre feministische Debatten

5 Nov

Anlässlich des Geburtstages der Universität Paderborn fand vom 2.-3. November am Zentrum für Geschlechterstudien die Tagung “40 Jahre feministische Debatten” statt. Als Aufhänger diente dabei die Konsolidierungsphase der Frauenbewegung in den 70ern. Die Konferenz richtete deshalb auch den Blick zurück, um die Frage zu beantworten, was bisher erreicht wurde.

Im Einführungsvortrag mit dem Thema “Zum Verhältnis zwischen feministischer Theorie und Praxis” ging Ilse Lenz vor allem auf die Strömungen der Neuen Frauenbewegung von den 80ern bis heute ein. Dabei stellte sie heraus, dass die theoretischen Debatten meist fern abgehoben von der feministischen Praxis stattfanden. Dies lähme auch heute noch stark die Bündnisfähigkeit. Um diese wieder zu stärken, müssen nach ihrer Meinung wieder gemeinsame Werte wie Gleichheit, Selbstbestimmung und Solidarität in den Blickpunkt rücken. Große Hoffnungen setzt sie dabei in die Queer Studies sowie dem intersektionalen Ansatz.

Nach ihrem Vortrag konnten sich die Anwesenden entscheiden an welchen von zwei Panels sie teilnehmen wollten. So standen zur Auswahl “Gewalt im Geschlechterverhältnis” sowie “Arbeit und Geschlechterverhältnis“, wobei ich mich für das erste Panel entschied.

Carol Hagemann-White zeichnete in ihrem Vortrag die Geschichte der Frauenhausbewegung nach. Anfänglich als Kompetenzentren gegen das Patriarchat gedacht, sind Frauenhäuser ihrer Meinung nach heute größtenteils nur noch Verwaltungsinstanzen, die sich mit dem Staat gut arrangiert haben. In der anschließenden Diskussion wurde kritisiert, dass in Frauenhäusern zu wenig Auseinandersetzung mit den Traumatas der betroffenen Frauen stattfindet.

Margrit Brückner machte in ihrem Vortrag deutlich wie sich der Gewaltbegriff seit den 70ern wandelte. So standen ihrer Meinung nach Themen wie Häusliche Gewalt, Vergewaltigung und Missbrauch, Zwangsprostitution sowie sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz im unterschiedlichen Fokus und verschwanden teilweise gänzlich aus der öffentlichen Diskussion. Bezugnehmend auf aktuelle Debatten um Liebe und Grenzüberschreitungen fordert sie eine Überprüfung des Gewaltbegriffs ein.

Im letzten Vortrag des Tages zeigte Anna Lena Göttsche die Wechselwirkungen von Recht und Geschlechterverhältnissen auf. So deutete sie die positiven Entwicklungen in der Rechtssprechung (Vergewaltigung in der Ehe, Gewaltschutzgesetz) an, wies aber auch auf jüngste negative Entwicklungen wie den Veränderungen im Personenstandsrecht und der eindeutigen Bevorzugung der heterosexuellen Ehe hin. Bezüglich aktueller Urteilssprüche in Vergewaltigungsfällen fordert sie eine neue Theorie der Machtverhältnisse ein.

Nach den Vorträgen wurde der Abend mit einem gemeinsamen Essen abgerundet, der gute Gelegenheit zum besseren Kennenlernen bot.

Am Folgetag standen wieder zwei Panels zur Auswahl: “Feministische Theorien in Bewegung” sowie “Frauen / Bewegung / Politik“. Hierbei entschied ich mich für das zweite.

Sigrid Metz-Göckel rekonstruierte zur politischen Dimension des Feminismus die Wurzeln der vergangenen radikalen feministischen Aktionen und ihre Reichweite und stellte die Frage: “Wo sind wir gelandet?” Eine Antwort blieb sie dabei leider schuldig.

Hilge Landweer stellte in ihrem Vortrag die Frage, wo nach Butler die großen Theorien geblieben sind. Dabei stellte sie vor allem heraus, dass Theorien, die mit der Empirie eng verzahnt sind, die größte Chance auf Durchsetzung haben. Folgerichtig wünscht sie sich mehr “Praxistheorien“.

Im letzten Vortrag wies Ingrid Jungwirth darauf hin, dass die Analysekategorien Geschlecht und Migrationsprozesse noch nicht hinreichend genug Bestandteile von soziologischen Untersuchungen seien.

Abschließend kann ich sagen, dass die Tagung für mich eine rundum gelungene Veranstaltung war. Vor allem der erste Tag lieferte mir zahlreiche Themen, mit denen ich mich auch in Zukunft auseinandersetzen werde.

Sexistische Kackscheiße #2

12 Sep

Der AXE-Schwachsinn geht weiter:

 

Weitere Teile:

Mitgehört #1

19 Aug

Am Ende des Slutwalks, zwei Frauen unterhalten sich:

A: Kommst du nachher mit zur Party?

B: Ja klar! Ich fahr’ nur kurz nach Hause und ziehe mich um.

Bundesweite Hotline für Gewaltopfer

17 Aug

“Die Freischaltung des bundesweiten Hilfetelefons ”Gewalt gegen Frauen“ ist für Ende 2012/Anfang 2013 geplant. Das Hilfetelefon solle ein niedrigschwelliges, qualifiziertes Erstberatungs- und Weitervermittlungsangebot für Frauen in allen Gewaltsituationen, deren soziales Umfeld und die Öffentlichkeit sein.”

Große Anfrage der Fraktion DIE LINKE

Sexistische Kackscheiße #1

17 Aug

Nur nach mündlicher Absprache

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